ZSK, Muff Potter, Karl Kraus

20.01.2007

Da Zeit im Moment nicht gerade das ist, worüber ich im Überfluss verfüge, gibt es zum Wochenede lediglich – aber immerhin – ein paar Notizen über sich in der jüngeren Vergangenheit zugetragene Ereignisse, die auch bei uns nicht unter den Teppich gekehrt gehören. Als da wären…

I. Die Skatepunker von ZSK, die als everybodys darling der Bewegungslinken auf 1.Mai Demos und Antifa-Abenden in der letzten Dekade mit gewisser Regelmäßigkeit zum Tanze baten, haben sich aufgelöst. Dazu die Band in einem Statement, das auf ihrer Homepage veröffentlicht wurde:

»Wir denken einfach, dass nach 10 Jahren ZSK ein guter Zeitpunkt ist um aufzuhören. Wir haben im letzten Jahr unser bestes Album das wir je aufgenommen haben rausgebracht. Wir waren mit den Bands gemeinsam auf Tour die uns am meisten beeinflusst haben und uns so wichtig sind. Mit der »Kein Bock Auf Nazis«-Kampagne haben wir eine riesen Sache gestartet und den Nazis ordentlich in den Arsch getreten. In den vergangenen 10 Jahren hatten wir mit ZSK definitiv die schönste Zeit unseres Lebens. Was kann man sich als Band noch grö�?eres Wünschen?«

II. Während die einen mit was aufhören, fangen andere mit was an. Muff Potter Sänger Nagel, der ja schon früher publizistisch im Wasted Paper glänzte hat seinen ersten Roman fertig gestellt. Das bereits vor einem Jahre bei uns im Interview angekündigte Buch trägt den Titel »Wo die wilden Maden graben« und erscheint Mitte Februar beim hoch geschätzten Ventil Verlag.

III. Zu guter letzt: Was für eine unglaublich nützliche Erfindung das Internet ist zeigt die Austrian Academy Corpus, die die Gesamtausgabe der von Karl Kraus herausgegebenen Zeitschrift »Die Fackel« in aufwändiger Form online zugänglich macht. Neben einer praktischen Suchfunktion kann man sich sowohl durch den Text als auch durch Faksimile manövrieren. Es bedarf lediglich einer kostenlosen Registrierung. Go.

Schublade: News, Texte // Autor: Sebastian

Nagel trifft Hohlkopf

24.03.2006

Nagel, Gitarrist und Sänger bei Muff Potter und Mastermind von Freunde der Nacht/Ruhe hatte vor einem halben Jahr ein unangenehmes Aufeinandertreffen mit einem Nazi, das nun in einer Gerichtsvehandlung endete. Auf der Freunde der Nacht/Ruhe-Homepage lässt sich nachlesen, wie diese ablief. Köstlich: »im gerichtssaal, der ungefähr die größe unseres proberaums hatte, stellte man mir ein paar fragen. der fascho, mit dem ich im september 2005 aneinandergeraten bin war noch hohler und noch häßlicher, als ich ihn in erinnerung hatte. sein gesicht erschien mir sehr platt und sehr lang, was durch das doppelkinn und die unvorteilhafte oben-haare-aber-seiten-abrasiert dorfprollfrisur noch dramtisch betont wurde. er sagte, er sei nicht rechtsradikal, denn er habe auch ausländer als freunde. er hat mich damals als »judensau« bschimpft. ich merkte an, dass er ja vielleicht auch nur so antisemit sei, das gibt´s ja auch. aber ich glaube er wusste nicht mal was das ist, denn als er den mund aufmachte, fiel mir auf, dass er kaum einen geraden satz sprechen konnte. er sah aus wie ein häufchen elend. gequält hing er in seinem sessel und sah aus, als müsste er dringend scheissen oder sowas. nach 5 minuten war das ganze vorbei. ich bekam mein zuggeld zurück und konnte wieder nach hause fahren.«

Schublade: Politik // Autor: Chris