Um das Label Altin Village und dessen jährliches Festival ist ein kleiner und feiner Film entstanden. In diesem Jahr präsentieren wir die Familienfatsche mit Testcard, dem PNG, OX und der Roten Raupe.
Zu sehen ist die Sache hier.
In den letzten 6 Jahren hat der Hamburger Neonazi Christian Worch seine Kahlkopfkapelle schon über ein Dutzend Mal in Leipzig zur Demonstration auflaufen lassen, zuletzt am 3. Oktober 2006. Dass es für die Kameraden eigentlich nie so richtig toll lief, sondern wahlweise Bullen, Stadt oder Linke die Demos nicht zu Stande kommen ließen, hatte Worch bislang nicht abgeschreckt. Eher bestätigt in seinem zwanghaften Ansinnen sein Demonstrationsrecht unbedingt in der »Heldenstadt der ehemaligen DDR« durchsetzten zu müssen. Deshalb ließ sich Worch den 1. Mai sowie den 3. Oktober von der Stadt Leipzig als Demonstrationstermin bis zum Jahr 2014 vormerken. Was am Anfang noch für einen guten Witz gehalten wurde, ist inzwischen ein schlechter.
Leipzigs strittiger Ordnungsdezernent Heiko Rosenthal hat nun bestätigt, dass Worch seine Anmeldung für den diesjährigen 1. 5. zurückgezogen hat und »ohne Angabe von Gründen schriftlich mitgeteilt (hat), dass die Kundgebung am 1. Mai nicht stattfinden wird«.
(Der selbe Ordnungsdezernent übrigens, der im Dezember stur den Mund gehalten hatte und alles dafür tat, dass eine Demo von 60 Nazis aus dem Kameradschaftsumfeld und NPD im Leipziger Norden ohne Störung durchgeführt werden konnte. Eine »Demonstration gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr« wurde angekündigt, über Anmelder oder den Charakter der Veranstaltung wurde sich allerdings ausgeschwiegen, auch um eine Mobilisierung linker Gruppen im Vorfeld zu verhindern. Mit dieser Informationspolitik hat sich Rosenthal schwer unbeliebt gemacht, hatten doch vor allem Zivilcouragierte angenommen, der der Linkspartei.PDS Angehörende, würde sich den Kampf gegen Rechts auf die Fahne schreiben. Das tut er aber genauso wenig wie sein Ordnungsamtsleiter Uwe Hehr.)
Man kann nun drüber spekulieren, ob die Nazis resignieren und das das Ende der alljährlichen Zirkusschau bedeutet oder ob Worch seinen strammen Mannen einmal einen wirklichen Erfolg in der Region bescheren möchte und sie deshalb in irgendeiner verwilderten Kleinstadt vor einigen Eingeborenen aufmarschieren lässt. Wahrscheinlich ist, dass schon im kommenden Oktober wieder alles beim Alten sein wird.
Unserem Lieblingsladen in Leipzig samt seiner politischen Landschaft wurde ein hübsch ausschweifendes Portrait zugedacht. In einem längeren Artikel unter der komischen Schlagzeile »The good men of Leipzig« stellt Assaf Uni den LeserInnen der israelischen Tageszeitung Haaretz den Connewitzer Kultursalon Nummer eins wie folgt vor:
The Conne Island center, a complex with a performance hall, library, cafe and impressive skateboard rink, is the headquarters of the pro-Israel radical left-wing activity in Leipzig. One would not have expected these activists to show uncompromising support for Israel and for the advancement of neo-Marxist values.
Der Herr Geschäftsführer betont:
»What we all share is support for Israel and coming out against any form of anti-Semitism, fascism and sexism,« says the center’s director, Christian Schneider, 26. »All in all, there around several hundred people active in Conne Island.«
Das ist, wie der Autor zurecht ausmacht, nun wirklich »unusual in the German scene.« Auch wenn die popkulturellen Bookingerfolge manchmal zu wünschen übrig lassen, wäre so etwas wie das Conne Island per copy & paste beispielsweise in Hamburg, Berlin oder sonstwo meines Erachtens nach fabelhaft. Nur kann man ja nicht alles haben.
