Der Rapper Tibor Sturm wurde 2005 von sechs Neonazis in der Nähe von Erlangen verfolgt und geschlagen. Er wehrte sich und erwischte einen der Angreifer nachhaltig und folgenreich. Dafür wurde er gerichtlich mit einer siebenmonatigen Haftstrafe bedacht, die er zur Zeit in Ingolstadt absitzt. Nicht weil er sich in Notwehr verteidigte, wurde er verurteilt, sondern weil er nach Ansicht der Richter die Grenzen der zulässigen Selbstverteidigung überschritt. So hätte Sturm aufgrund seiner Kampfsport-Erfahrung wohl mehr Umsicht im Umgang mit den Nazis üben müssen. Seine absonderliche Geschichte erzählt Sturm nun selbst. In einem Film, der unter www.alptraum.be angeschaut werden kann, beschreibt er die Umstände, die ihn in den Knast brachten und seinen Umgang damit: »Also entschuldigt hab ich mich nicht. Bei niemandem. Das seh ich auch nicht ein. Warum muss ich mich entschuldigen? Weil ich mich selbst verteidigt hab? Ich wurde ja angegriffen.« Recht hat er.
Die Welt schlägt Alarm. In einem Artikel vom 16.10.2007 berichtet die Zeitung, dass die linke Hip Hop-Szene in die Suchscheinwerfer des Landeskriminalamts Berlin gelangt sei. Die Zeitung will einen Trend erkannt haben, nach dem linke Mobilisierungen und Soliparties immer häufiger mit Rap-Musik beschallt werden – so als ob es die 90er mit KRS One, Public Enemy oder Anarchist Academy nie gegeben hätte. Doch damit nicht genug:
»Die Leute, die in den Bands als Musiker aktiv sind, haben Querverbindungen in die ganze Szene«, sagt ein PMS-Ermittler (Sonderermittlungsgruppe politisch motivierter Straßengewalt), »wir sehen sie bei gewalttätigen Demonstrationen wie dem G8-Gipfel oder bei militanten Antifa-Aktionen.«
Anlass des Berichts waren offensichtlich Ermittlungen gegen die Gruppe »DeineLTan« und deren Stück »Fick die Cops«, in dem es laut Welt »um Blut, Steine, 1.-Mai-Randale und ausgeschlagene Zähne« gehe.
»Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werde dem Hörer sinngemäß vermittelt, dass nur ein toter Polizist ein guter Polizist sei.Am 25. September durchsuchten deshalb LKA-Ermittler sechs Wohnungen von Mitgliedern und Produzenten der Band und beschlagnahmten 800 CDs. Gegen die Gruppe wird wegen des Verdachts der Aufforderung zu Straftaten ermittelt.«
Nach Islamisten-Rap, Neonazi-Rap und Polizisten-Rap kommt aus Wien eine weitere, hippe Form der Aneignung von komischerweise noch immer in linken Kreisen gern als irgendwie emanzipatorisch geziehenen Popkultursparte Hip Hop.
Der FPÖ-Kandidat HC Strache (»HC Strache kämpft dafür, dass wir österreicher Herren im eigenen Haus bleiben«) veröffentlicht im Internet seine in etwas holperndem Flow abgefassten ersten Gehversuche mit – wie es am Stammtisch so schön hei�?t – »Negermusik«. In dem Stück wird er zum Rebellen gegen das Kartell der political correctness, zum Superhelden der sich zu sagen traut, was andere nicht mehr wagen. Etwa dieses: »Wir wollen unser Land nicht mehr verschenken, an Menschen, die unsre Kultur nicht schätzen, sich über unsre Gesetze wegsetzen! Wer sich nicht integrieren will, für den hab‘ ich ein Reiseziel: Ab in die Heimat, guten Flug! Arbeitslose haben wir hier selbst genug.« Rassistische Abschiebekehrreime und andere Hässlichkeiten zur Jugend-Wahl-Akquise zum Anhören unter wirgebendentonan.fpoe.at. Krasser Shit.

