Heute finden in Österreich die Wahlen zum Nationalrat statt. Froh kann man darüber jedenfalls aus dem Grund sein, dass man nicht mit weiteren Politiker-Hits versorgt wird. Als Antwort auf HC Straches Battle-Rap hat der wohl ebenso rechte Widersacher Peter Westenthaler von der BZÖ einen Ballermann-Bierzelt-Techno in regio-Mundart eingespielt. Auch hier sei ein Zitat erlaubt: »Wir hoiten zam, a Leben lang für unser Heimatland. Mamama-Mamama-he! Mamama-Mamama-he!« Der Stumpfsinn ist an dieser Stelle dokumentiert.
Nach Islamisten-Rap, Neonazi-Rap und Polizisten-Rap kommt aus Wien eine weitere, hippe Form der Aneignung von komischerweise noch immer in linken Kreisen gern als irgendwie emanzipatorisch geziehenen Popkultursparte Hip Hop.
Der FPÖ-Kandidat HC Strache (»HC Strache kämpft dafür, dass wir österreicher Herren im eigenen Haus bleiben«) veröffentlicht im Internet seine in etwas holperndem Flow abgefassten ersten Gehversuche mit – wie es am Stammtisch so schön hei�?t – »Negermusik«. In dem Stück wird er zum Rebellen gegen das Kartell der political correctness, zum Superhelden der sich zu sagen traut, was andere nicht mehr wagen. Etwa dieses: »Wir wollen unser Land nicht mehr verschenken, an Menschen, die unsre Kultur nicht schätzen, sich über unsre Gesetze wegsetzen! Wer sich nicht integrieren will, für den hab‘ ich ein Reiseziel: Ab in die Heimat, guten Flug! Arbeitslose haben wir hier selbst genug.« Rassistische Abschiebekehrreime und andere Hässlichkeiten zur Jugend-Wahl-Akquise zum Anhören unter wirgebendentonan.fpoe.at. Krasser Shit.
