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Wahlkampf-Pop

Dass Musik eine politische Praxis sei, mit der sich das Ruder der Verhältnisse herumreißen ließe, kam als Einfall nicht nur der »Poplinken«. So wird etwa auch im us-amerikanischen Vorwahlkampf auf das komplette Massenkulturbesteck zurück gegriffen und Youtube zum Kandidaten-MTV umfunktioniert. Mit zahllosen Clips wird ein Regierungswechsel oder eben sein Ausbleiben anmusiziert und absurd komische Beiträge abgeliefert. Die Palette beginnt bei ernst-gemeinter Pop-Ikonografie und läuft sich auch bei Kopulations-Schlagern gerade mal warm.

In einem solchen singt etwa das »Obama-Girl« für ihren Favoriten: »You are into Border-Security. Let’s Break the Border between you and me« und das bedeutet im Klartext: »You can Barack me tonight«. Um nicht das Nachsehen zu haben schickte die innerparteiliche Konkurrenz einen College-Boy mit Skatepunk zum Battle. Er schmeichelt Frau Clinton mit der Zeile »Twothousandeight. You’re the sexiest candidate«. Weil so etwas, nun ja, wohl bei weitem nicht alle Wählerschichten anspricht, kokettiert die Sängerin Taryn Southern in einem eigenen Song mit den lesbischen Fantasien des heterosexuellen, männlichen Wahlviehs. Nach erotischen Avancen und Komplimenten für die ehemalige First-Lady der USA, wendet sie sich mit einer klaren, wie simplen Botschaft an den Wähler: »Put a Hot Chick in the Oval Office«.

Mit den aufgelisteten Politclips ist man fürs Erste ganz gut im Bilde. Wer allerdings tiefer in die Youtube-Vorhölle eintaucht, wird noch so manche Perle an Land ziehen. Ich sag nur Obama-Girl vs. Guiliani Girl oder die Mitt-Romney-Girls (Logik: wenn Rückstand, dann noch mehr Girls!). Ach und John McCain: für den werfen sich die reiferen Semester eindrucksvoll in Pose.

Sebastian


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  1. […] Lesenswertes im Beatpunk-Blog. […]

Reiss die Fresse auf:

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