Wer als Präsident einer faschistischen Diktatur während seiner Amtszeit jede Abweichung vom totalitären politischen Islam mit Folter und Mord bestraft, Studentenaufstände blutig niederwalzen lässt, Homosexuelle hinrichtet und Israel als »alte nicht heilbare Wunde im Körper des Islam« ausmerzen möchte, darf sich in Deutschland allemal als Reformer und Dialogpartner beklatschen lassen. So lud Freiburg Ende Oktober den ehemaligen Präsendienten des Iran, Mohammed Chatami, in die Albert-Ludwig-Universität um ihn nach offiziellem Empfang durch den Bürgermeister blumige Reden zum »Islam – Chancen und Probleme des Gesprächs mit dem Westen« halten zu lassen. Nicht nur das Publikum im voll besetzten Auditorium war verzückt vom gebildeten Chatami – Elisabeth Kiderlen schiebt für die Süddeutsche Zeitung nochmal eine Lobhudelei nach:
Sich vom Islam loszusagen wurde freilich auch unter Chatami mit Hinrichtung bestraft. Das ist ja hier schliesslich keine Privatsache. Die Verhältnisse zwischen den Menschen ausschliesslich auf alten Büchern voller menschenfeindlichem Aberglauben aufzubauen, muss vernünftigerweise zu Frauenemanzipation und Freiheit führen, dass ist auch für die Dame von der SZ einleuchtend. Ärgerlicherweise erdreisteten sich ein paar Exil-Iraner die versammelten Bildungsbürger und Studenten mit etwas Realität zu konfrontieren, indem sie Chatami als »Mörder und Faschist« bezeichneten. Glücklicherweise konnten sie unter dem Applaus der Menge schnell von den Sicherheitskräften aus dem Saal geworfen werden. Diese unschöne Störung des Dialogs verarbeitet Kiderlen ganz rührend im letzten Absatz ihres Artikels:
Dass der Weinliebhaber Hafez unter Chatami ganz schnell im nächsten Folterkeller verschwunden wäre, muss Kiderlen nicht weiter stören, wenn sie eine Brise Folter und Mord aus Nachbarsgarten durch ihr behütetes Haus ziehen lässt.

»Freiburg feiert Massenmörder«