Eins, zwei, viele!

22.02.2009

Dass Fast Food-Ketten schon immer als Symbol für die kulturlose Allmacht der Vereinigten Staaten galten, welche den »Völkern« ihre Identität nehmen würde, ist nicht erst seit den kruden, antikapitalistisch gemeinten Dummheiten der meisten Autonomen samt deren Buttersäure-Attacken gegen einschlägige Burger-Unternehmen bekannt. Wen wundert es nach diversen geistigen Überschneidungen da noch, dass auch in Sachen Essensberatung die neuen Nazis bei den Altlinken abgeschrieben haben – schließlich will man sich trotz Carhartt-Klamotten und auch im neonazistischen Millieu üblichen Anglizismen weder die deutschen Rippchen noch das Sauerkraut von amerikanischen Imperialisten abspenstig machen lassen. Angesichts folgender Bilder, die eine Standpauke von Nazis an Nazis in einem Dresdner Burger King-Lokal dokumentieren, kann man eigentlich nur Wofgang Pohrt Recht geben, der seinerzeit den wohl schlauesten Kommentar zu dieser Thematik abgegeben hat und demnach »jede weitere Filiale der Mc-Donald-Hamburger-Kette eine neue Insel der Gastfreundschaft und eine erfreuliche Bereicherung der Esskultur« in diesem Land ist. In diesem Sinne: schafft eins, zwei, viele!

Schublade: Politik // Autor: Chris
3 Kommentare zum Beitrag...
»Eins, zwei, viele!«
Sebastian

Ich glaube in Dresden, Pirna, Hoyerswerda kann man Pohrts Polemik durchgehen lassen. Als »Inseln der Gastfreundschaft« und der »Bereicherung der Esskultur« fallen mir aber in Hamburg, Leipzig und Berlin weitaus freundlichere und kulinarisch hochwertigere Lokalitäten ein. Geschmack ist nicht, wenn’s schmeckt.


Chris

das kann ich nur unterschreiben. und so war das trotz der polemik auch gemeint.


Marek

Keine Ahnung, wie es in Hoyerswerda und Pirna aussieht. Aber angesichts der Dresdener Halloumi-Kultur würde ich Pohrts Polemik nicht nur für Hamburg, Leipzig und Berlin relativieren wollen.
Aber apropos Dresden: gewisse Entwicklungen in den polit-kulinarische Präferenzen scheinen mittlerweile auch anderswo zur Kenntnis genommen worden zu sein. Am gleichen Tag in Dresden, an einer Polizeisperre: »Sie kommen da aus McDonalds, haben da gegessen? Dann ordne ich sie mal der linken Szene zu, optisch fällt uns das ja mittlerweile sehr schwer…«







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