04.03.2008 / 15:21
Dass die SPEX einst poplinkes Flaggschiff gewesen ist und zu diesen besseren Zeiten trotz einiger poplinker Trugschlüsse doch viele erhellende Artikel in regelmäßigen Abständen dort auftauchten, war ja angesichts der vor sich hin dümpelnden musikjournalistischen Tätigkeiten und teilweise komischen Ausuferungen, wenn es denn mal »politisch« wurde, nicht mehr klar. In den letzten Jahren stach aus diesem Sumpf der Beliebigkeit eigentlich nur das Cover »Halt´s Maul, Deutschland!« heraus, das während der Debatte um die Radioquote vielleicht (und hoffentlich) als Positionsbestimmung der SPEX gelten konnte.
Die aktuelle Ausgabe des »Magazins für Popkultur« stellt ebenso eine lobenswerte Ausnahme dar. Im März-Heft findet man ein langes und – wie ich finde – gelungenes Interview mit Claude Lanzmann, Herausgeber der »Les Temps Modernes«, Mitglied der Résistance, zeitweise liiert mit Simone de Beauvoir, Weggefährte Jean-Paul Sartres und Regisseur unter anderem von «Shoa« und »Pourqoui Israel?«.
Doch damit nicht genug. Im Rahmen der DVD-Neuerscheinung von »Shoa« zeigt die SPEX-Redaktion die neunstündige Dokumentation aufgeteilt in zwei Filmabende am 04.03.2008 um 19.00h und am 05.03.2008 um 18.30h im Berliner »Kino Arsenal« (Potsdamer Platz). Auf Einladung der SPEX wird auch Claude Lanzmann an beiden Abenden anwesend sein.
04.03.2008 / 15:21
Ich glaube ja ehrlich gesagt nicht, dass man die alte mit der neuen SPEX vergleichen kann. Ich war ja selbst sehr skeptisch, was die Berliner Redaktion um Max Dax auf die Beine stellt, fand seitdem aber wieder einige sehr lesenswerte Artikel in dem Heft.
06.03.2008 / 18:59
Dafür war das »Gespräch«, das Dax gestern mit Lanzmann («I’m sick and tired.«) versuchte zu führen, eher nicht der große Wurf. Es gab keineN ÜbersetzerIn, so dass Lanzmann gezwungen war, Englisch zu sprechen, aber selbst das musste Dax noch (zum Teil nicht ganz richtig) übersetzen, weil im Publikum nicht alle des Englischen mächtig waren. Offenbar waren Dax‘ Fragen nicht abgesprochen und Lanzmann schien sie bisweilen garnicht zu verstehen. Und so weiter. Wäre Lanzmann nicht glücklicherweise ins Monologisieren verfallen, wäre das Ganze für’n Arsch gewesen. Manche Frage aus dem Publikum war dann eher dämlich: »Herr Lanzmann, warum haben Sie einen Film nur über die Juden gemacht und nicht auch über die anderen Opfer des Holocaust (!) ?« Lanzmanns Antwort, die Frage sei ja wohl etwas »strange« und er habe nicht den (ja ohnehin absurden) Anspruch auf Vollständigkeit gehabt, sondern einen Film über die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden drehen wollen, war dann allerdings wieder erfrischend deutlich.
Da hätte ich mir – v.a. in organisatorischer Hinsicht – auch von der derzeitigen Spex-Redaktion mehr erwartet.
P.S.: Dass an der Arsenal-Anzeigetafel anfangs »Shoha« stand, spricht auch irgendwie Bände.
13.03.2008 / 13:29
@ Karl:
Das klingt ganz schön übel. Hast Du nicht Lust den Abend für Beatpunk in einem Text Revue passieren zu lassen?! Meld Dich mal.
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3 Kommentare
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