Dass die SPEX einst poplinkes Flaggschiff gewesen ist und zu diesen besseren Zeiten trotz einiger poplinker Trugschlüsse doch viele erhellende Artikel in regelmäßigen Abständen dort auftauchten, war ja angesichts der vor sich hin dümpelnden musikjournalistischen Tätigkeiten und teilweise komischen Ausuferungen, wenn es denn mal »politisch« wurde, nicht mehr klar. In den letzten Jahren stach aus diesem Sumpf der Beliebigkeit eigentlich nur das Cover »Halt´s Maul, Deutschland!« heraus, das während der Debatte um die Radioquote vielleicht (und hoffentlich) als Positionsbestimmung der SPEX gelten konnte.
Die aktuelle Ausgabe des »Magazins für Popkultur« stellt ebenso eine lobenswerte Ausnahme dar. Im März-Heft findet man ein langes und – wie ich finde – gelungenes Interview mit Claude Lanzmann, Herausgeber der »Les Temps Modernes«, Mitglied der Résistance, zeitweise liiert mit Simone de Beauvoir, Weggefährte Jean-Paul Sartres und Regisseur unter anderem von «Shoa« und »Pourqoui Israel?«.
Doch damit nicht genug. Im Rahmen der DVD-Neuerscheinung von »Shoa« zeigt die SPEX-Redaktion die neunstündige Dokumentation aufgeteilt in zwei Filmabende am 04.03.2008 um 19.00h und am 05.03.2008 um 18.30h im Berliner »Kino Arsenal« (Potsdamer Platz). Auf Einladung der SPEX wird auch Claude Lanzmann an beiden Abenden anwesend sein.

»Die SPEX und Claude Lanzmann«