Was für wundervolle Krach-Gitarristen Vögel sein können, beweist eine Installation des Künstlers Céleste Boursier-Mougenot. Er hat eine E-Gitarre auf ein Stativ gespannt, den Gain-Regler des Verstärkers nach oben gezogen und das Instrument einer Gruppe von Finken überlassen. Diese nehmen die Les-Paul‑(Kopie?) als Landeplatz und Spieloase für sich in Beschlag, ziehen kleine Äste über das Instrument […]
Dem Kassenschlager »Feuchtgebiete« von Charlotte Roche war Anfang 2008 nicht zu entkommen. Sämtliche Feuilletons fühlten sich über Wochen verpflichtet, die Story des Buches irgendwo zwischen Ekel-Werbung und notwendiger Gegenidentifikationsvorlage zum grassierenden Schönheitswahn zu verorten. Einen schwer lesenswerten Text hat nun der Psychoanalytiker Thomas Ettl vorgelegt. Dort wird neben zahlreichen spannenden Deutungsversuchen auch ausführt, warum die […]
Das allgemein verständliche ist nichts als ein Haufen Banalitäten, weil vom wirklich wichtigen längst nicht mehr gesprochen werden kann. Es wäre gar nicht verständlich. Verständlich ist eine Aussage der allgemein gebräuchlichen Sprache nur, soweit sie verallgemeinerbar ist; soweit sie also bereit ist, dasjenige zu verraten, dem sie eigentlich zum Ausdruck zu verhelfen hätte.
Denn das […]
Unter dem Slogan »Why your revolution is no liberation!« haben 10 Gruppen aus Deutschland und Österreich einen dreisprachigen Reader veröffentlicht, der sich kritisch mit der breiten Anti-G8-Mobilisierung auseinandersetzt und den vorherrschenden Kapitalismus-Analysen der Antiglobalisierungsbewegung an den Karren fährt. Die Texte orientieren sich an Grundverständnissen einer umfassenden Kapitalanalyse und des Antisemitismus. Eine unterstützenswerte Angelegenheit, auf die […]
Da Zeit im Moment nicht gerade das ist, worüber ich im Überfluss verfüge, gibt es zum Wochenede lediglich – aber immerhin – ein paar Notizen über sich in der jüngeren Vergangenheit zugetragene Ereignisse, die auch bei uns nicht unter den Teppich gekehrt gehören. Als da wären…
I. Die Skatepunker von ZSK, die als everybodys darling der Bewegungslinken auf […]
In sogenannten subkulturellen Zusammenhängen vergewissert man sich gern von zweierlei. 1.) Einen besseren, weil irgendwie subversiven Musikgeschmack zu pflegen, der geeignet ist, die Verhältnisse mit schmissigen Powerchords aus den Fugen zu rütteln und 2.) lebensweltlich geerdet, exemplarisch ein gutes Leben vorzuexerzieren. Das geschieht durch tierfreie Burger, Fair-Trade Kaffee oder selbstausbeuterische Tätigkeit im eigenen »Projekt« – wahlweise dem […]
