Heute wird das Jubiläum des Mauerfalls mit großem Hallo gefeiert. Während in Berlin das internationale Politikerpersonal zur Party einfliegt, auf Spiegel Online der Mauerfallticker tickert und die Landsleute vor ihren Rechnern nach Wende-Bahnfahrkarten gieren, gibt es noch anderes zu feiern und an anderes zu erinnern. Beides gehört in gewisser Weise sogar zusammen. Am heutigen 9. Nobember ist der in Budapest lebende Schriftsteller Imre Kertész achtzig Jahre alt geworden. Seine Bücher, wie der »Roman eines Schicksalslosen«, »Kaddisch für ein nicht geborenes Kind« oder »Eine Gedankenlänge Stille, während das Erschießungskommando neu lädt« versuchen das Unvorstellbare nicht zu verstehen, sondern aufzuarbeiten. Kertész feierte in Ungarn seinen 10. Geburtstag, als in Deutschland in der »Reichskristallnacht« Synagogen und jüdische Geschäfte verwüstet und angezündet wurden. Im Alter von 15 Jahren wurde er mit dem Ende des 2. Weltkrieges aus der Hölle von Auschwitz und Buchenwald befreit. Kertész hat überlebt und begann zu schreiben.
Alles Gute zum 80.!
