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Experimental Dental School Download

Die großartigen Experimental Dental School haben ihr neues Album mit dem Titel »Forest Field« für umme ins Netz gestellt. Zehn Lieder zum Mitnehmen. Take it!

Datum 21.04.2009  Autor Sebastian  Kommentare (0)  Schublade Mixtape   Mehr Mehr

Mügeln reloaded

Dietmar Dath schreibt in seinem »Brief über Nachrichten«: »Gewalttaten sind in den Medien immer überdeterminiert: Es geht zwar um den Akt selbst, aber seine Wirkung als Propaganda gehört schon zur Nachricht, wenn man von ihm erfährt. Das gilt besonders beim faschistischen Akt, denn da liegt es in der Natur der Sache, dass Handeln auch Propagandieren ist, denn das was propagiert wird, ist gesamtgesellschaftlicher Schrecken.«

Ob sich sowohl Medien, als auch die faschistischen Akteure der Hetzjagd gegen ein paar Inder im Zuge des Mügelner Volksfestes im Sommer 2007 dessen bewusst waren oder nicht – die Nachhaltigkeit dieser Tat ist erschreckend. Waren 2007 noch Sommerpresseloch und Restzüge des geläuterten Fußball-Fiebers der Grund, dass derartiges Propagieren von »Ausländerklatschen« und entsprechendem Handeln in einem kleinen Aufstand der Anständigen mündeten, scheint man auch 2009 den gesellschaftlichen Schrecken nicht nur zu propagieren, sondern wieder einmal zu verbreiten. Am 09.03. wurde eben jene Pizzeria, in die sich die vor besagtem Pogrommob flüchtenden Inder retten konnten, abermals Mittelpunkt rassistischer Exzesse. Wie die „Oschatzer Allgemeine“ in ihrer Montagausgabe berichtete, hatten in der Nacht zum Samstag zwei Männer und eine Frau den 43 Jahre alten Inhaber des Restaurants angegriffen und schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft ließ wie gewöhnlich in Beamtensprech verkünden, dass ein ausländerfeindlicher Übergriff nicht auszuschließen sei. Dabei ist es das Vorgehen, das zumindest auf einen rassistischen Vorsatz, wenn nicht sogar auf einen geplanten Angriff schließen lässt: nach Rütteln und Klopfen an Türen und Fenstern wurde der Inhaber der Pizzeria beim Hinausgehen überrascht und so lange mit einem Schlagring auf ihn eingedroschen, bis man ihm die Nase brach.

Alles beim alten also in jener Gemeinschaft, die doch so stellvertretend für so viele Gegenden in Deutschland ist: Während man in Mügeln gut und gerne von einem nicht mehr zu verharmlosenden gesellschaftlichen Klima sprechen kann, übt sich die Staatsanwaltschaft in falscher Objektivität, ergötzt sich der Bürgermeister in Relativierung und der Rest der Einwohner in standesüblicher Vertuschung und solidarischem Zusammenhalt.

Datum 11.03.2009  Autor Chris  Kommentare (0)  Schublade Medien, News, Politik   Mehr Mehr

Judenhass aus Lönneberga

Das Daviscup-Spiel Israel vs. Sweden, das am vergangenen Samstag in Malmö ausgetragen wurde, war von heftigen anti-israelischen Protesten begleitet. Aufgerufen hatten »antifaschistische« Gruppen, linke Parteien, pro-palästinensische Initativen und laut eines Beitrags der dänischen Zeitung Politiken auch Neonazis. Das Spiel wurde aus Sicherheitsbedenken und offizieller anti-israelischer Symbolpolitik vor leeren Rängen ausgetragen. Die pro-palästinensischen Demonstranten versuchten – umnebelt vom Duft »Ramallah Nights« des dänischen Modelabels »Fighters+Lovers« – das Stadion zu stürmen und lieferten sich stundelange Auseinandersetzungen mit den Cops. Diese mussten sich bereits im Vorfeld aus Dänemark mit Polizeigerät aushelfen lassen. Dass das schwedische Team das Daviscup-Match letzten Endes gewann, interessierte an diesem Tag eh niemanden. Um Sport ging es jedenfalls in keinem Moment. Wie die Israelis den Tag erlebt haben, erläutert der Tennisstar Andy Ram in der Zeitung Jedioth Achronoth: In Malmö habe eine kriegsähnliche Atmosphäre geherrscht. Er denke nicht, dass er je wieder nach Schweden reisen werde.

Apropos »Fighters+Lovers«: die linke Unternehmen muss sich derzeit nicht für sein Parfum, sondern für seine Textilien vor dem dänische Supreme Court verantworten. Das Gericht soll klären, ob die von der Firma vertriebenen Shirts mit dem aufgedruckten Logo der kolumbianischen FARC und der palästinensischen PFLP, als finanzielle Unterstützung von terroristischen Organisationen zu beurteilen sind. Interessanterweise spielt wohl die Frage keine Rolle, ob F+L tatsächlich Gelder an die benannten Gruppierungen weiterleitete oder nicht. Wichtiger ist in dem Prozess laut Politiken-Bericht vielmehr, ob FARC und PFLP als terroristische Gruppierungen eingestuft werden können und müssen. Auch wenn der Terrorismus-Begriff politikwissenschaftlich problematisch und undifferenziert sein mag, »Fighters+Lovers« überspannt die Kritik daran deutlich, indem sie öffentlich FARC und PFLP in Zusammenhang mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus setzt. Leider geschieht dies mit Unterstützung durch ehemalige KZ-Internierte und Partisanen:

»‘4 terrorists sentenced to death‘. In a 10-meter high transparent at Town Hall Square in Copenhagen (Rådhuspladsen), members of the Danish resistance movement will show the parallel between the Second World War and today. They were called ‘terrorists’ during the Second World War. Today, it is the same for freedom fighters in Palestine and Colombia.« (Quelle)

Datum 09.03.2009  Autor Hanno  Kommentare (2)  Schublade News   Mehr Mehr

Deichkind: Sebi Hackert tot

Nach Telefon Tel Aviv, jetzt auch noch traurige Nachrichten von der »Arbeit nervt«-Front. Der Deichkind-Produzent Sebi Hackert ist am letzten Samstag im Alter von 32 Jahren eines plötzlichen, natürlichen Todes gestorben. »Wir trauern um Sebi« heißt es seitdem einzig und allein auf der Homepage der Band. Siehe auch: Hamburger Abendblatt, Intro.

Datum 25.02.2009  Autor Sebastian  Kommentare (2)  Schublade News   Mehr Mehr

Hardcore als Nazi-Marke

Ein Göttinger Neonazi, der in einschlägigen rechten Bands aktiv ist, hat sich den Begriff »Hardcore« urheberrechtlich schützen lassen. Die Eintragung als Wortmarke beim deutschen Patent‑ und Markenamt, kann man als Versuch interpretieren, ein wirksames Instrument gegen den linken (Gross‑)Teil der Hardcore-Szene in Händen zu halten. Nur ein Beispiel: wer in Zukunft Stoff mit der Aufschrift »Leipzig Hardcore« oder »Hardcore is More than Music« bedruckt, der/die darf gespannt auf teure Anwaltspost (sogenannte Abmahnung) aus Niedersachsen warten. Darin wird man dann wahrscheinlich aufgefordert, innerhalb einer sehr kurzen Frist, den Verkauf und Vertrieb der Artikel einzustellen, die noch vorrätigen Stücke einzustampfen, den erzielten Gewinn herauszugeben bzw. einen gewissen Schadensersatz zu leisten. Das ist fies und nervt! Soweit muss es aber gar nicht erst kommen. Denn noch kann gegen die Eintragung der Wortmarke (ja, man kann auch »nur« einen Begriff schützen lassen) Widerspruch eingelegt werden. Und der hat tatsächlich Aussicht auf Erfolg, sofern jemand geltend macht, bereits vor der Eintragung der Marke mit der Aufschrift »Hardcore« bedrucktes Zeug hergestellt und unter die Leute gebracht zu haben. Dann hat er/sie das bessere Recht (sogenannter Prioritätsgrundsatz)! Also, liebe HC-Merch-FreundInnen: zückt die Advocard und ruft Eure AnwältInnen an. Mehr Infos: 1, 2, 3.

Datum 24.02.2009  Autor Sebastian  Kommentare (4)  Schublade News   Mehr Mehr

Eins, zwei, viele!

Dass Fast Food-Ketten schon immer als Symbol für die kulturlose Allmacht der Vereinigten Staaten galten, welche den »Völkern« ihre Identität nehmen würde, ist nicht erst seit den kruden, antikapitalistisch gemeinten Dummheiten der meisten Autonomen samt deren Buttersäure-Attacken gegen einschlägige Burger-Unternehmen bekannt. Wen wundert es nach diversen geistigen Überschneidungen da noch, dass auch in Sachen Essensberatung die neuen Nazis bei den Altlinken abgeschrieben haben – schließlich will man sich trotz Carhartt-Klamotten und auch im neonazistischen Millieu üblichen Anglizismen weder die deutschen Rippchen noch das Sauerkraut von amerikanischen Imperialisten abspenstig machen lassen. Angesichts folgender Bilder, die eine Standpauke von Nazis an Nazis in einem Dresdner Burger King-Lokal dokumentieren, kann man eigentlich nur Wofgang Pohrt Recht geben, der seinerzeit den wohl schlauesten Kommentar zu dieser Thematik abgegeben hat und demnach »jede weitere Filiale der Mc-Donald-Hamburger-Kette eine neue Insel der Gastfreundschaft und eine erfreuliche Bereicherung der Esskultur« in diesem Land ist. In diesem Sinne: schafft eins, zwei, viele!

Datum 22.02.2009  Autor Chris  Kommentare (3)  Schublade Politik   Mehr Mehr

Download hoch drei Komma drei

Denovali Records bietet zu seinen neuen Veröffentlichungen einen ganz Schwung kostenlose Downloads an. Da wären einmal das komplette Album von Celeste hier, von Kodiak da und vom Dominic/The Third Memory Split dort drüben. Zu guter Letzt gibts hier noch ein Drittel von der neuen Daturah-Scheibe. Viel Spaß!

Datum 20.02.2009  Autor Ben  Kommentare (0)  Schublade Mixtape   Mehr Mehr

Hexenjagd und Feldforschung in Ghana

Der Autor des stets schwer lesenswerten Blogs NICHTIDENTISCHES hat sich im Rahmen einer Dissertation über »(…)moderne Hexereivorstellungen zwischen Kulturindustrie, Mythologie und Propaganda(…)« auf Feldforschung nach Afrika begeben und teilt nun auf einem extra eingerichteten Blog »Trouvailles und Stimmungsbilder« aus Ghana mit den geneigten LeserInnen. Die Vorskizzen zu seinem Promotionsvorhaben lassen erahnen, wohin die Reise geht:

Der weltweite Anstieg von Hexenjagden in der Moderne mit seinen Hot-Spots im subsaharischen Afrika, Indien, Indonesien und Südamerika lässt sich nicht allein aus der transkribierenden Analyse der Hexereivorstellungen erklären. Eine kritisch-theoretische Darstellung des Problems bedarf einer Integration der zahlreichen Vermittlungen zwischen Staat, Gesellschaft und Individuum. Neben dem globalen Warentausch sind Medien das zentrale vermittelnde Moment von Ideologien, die sowohl aus den Widersprüchen der warenproduzierenden Gesellschaft generiert werden, als auch mit ihren lokalen und kulturellen Vorbedingungen kommunizieren. Um diesen Besonderheiten im Allgemeinen gerecht zu werden und Allgemeinplätze zu vermeiden, ist eine situierte Medienforschung unabdingbar. Die Kritische Theorie liefert dabei einen Begriffsapparat, der das Nebeneinanderdenken von Widersprüchen erlaubt, wie sie in der Kulturindustrie notwendig entstehen und reproduziert werden.

Die aufstrebende Filmindustrie Afrikas hat mit Problemen der Ausbildung und der Distribution zu kämpfen. Zugleich ermöglichen neue technische Möglichkeiten eine qualitativ hochwertige Grassroots-Filmproduktion. In Nigeria entstand mit Nollywood ein ökonomisch starkes Zentrum der afrikanischen Filmproduktion, dessen Erfolge in Ghana derzeit mit Ghallywood wiederholt werden sollen. Das Filmschaffen oszilliert zwischen postkolonialen Ideologien, traditioneller Mythologie, kritischen und affirmativen Diskursen, Selbstreflexion, Publikumsbelustigung und staatlichem Erziehungsauftrag. Das Thema der Hexerei nimmt eine besondere Stellung in den modernen Medien in Afrika ein. Die medienzentrierte Feldforschung in Ghana muss daher diesem Thema höchste Aufmerksamkeit widmen. Handelt es sich jeweils um Kulturindustrie, die wie in westlichen Filmen das Unheimliche als Nervenkitzel kultiviert, um Propaganda auf Kosten Dritter oder um symbolistische Mythologie? Oder sind alle diese Elemente ineinander verwoben? Welcher Ort kommt der Hexerei jeweils zu? Entsteht subtil etwas wie ein Dogma, das die bislang hochdifferenzierten und flexiblen Hexereivorstellungen im subsaharischen Afrika auf einige wenige, visuell markierte und somit rassifizierte Stereotypen zentriert? Erzeugen Hexereifilme eher eine Proliferation der Hexereivorstellungen oder befördern sie die Wahrnehmung dieser als gesellschaftliche, artifizielle Produkte? Wie schätzen die Opfer von Hexenjagden die Auswirkungen von Hexerei-Filmen ein?

Mit Freud, Marx und Adorno sollen Hexereivorstellungen vom Subjekt her und zugunsten der Opferperspektive gedacht werden. Der Rekurs auf die Dialektik der Aufklärung ermöglicht einen geschärften Blick auf die Modernitätsdebatte in der aktuellen Hexenforschung und trägt dazu bei, die Fragmentierung in Einzelwissenschaften in einem interdisziplinären Dialog zu erodieren. Die Produktion des Wissenschaftlers wird selbst als Moment der gesellschaftlichen Praxis begriffen, das nie in unschuldiger Theorie aufgehen kann.

Auch wenn auf dem Ghana-Blog zunächst nur »ethnologische Belange, Befindlichkeiten und Fotos« veröffentlicht werden sollen, könnte man dennoch das grosse Glück haben, hier einem interessanten Projekt ein gutes Stückweit bei der Selbstentfaltung zuzusehen.

Datum 18.02.2009  Autor Max  Kommentare (0)  Schublade Medien, News   Mehr Mehr

Inglorious Basterds Trailer

Nun ist er also draußen, der offizielle Trailer zum neuen Tarantino-Film. Und er sieht gut aus. Leider muss man sich aber noch bis zum 21.08. gedulden – erst dann kommt der Film in die Kinos.

Datum 17.02.2009  Autor Sebastian  Kommentare (0)  Schublade Filme   Mehr Mehr

Monsters of Dresden

Wer am Wochenende nichts Besseres vorhat, möge seinen Ranzen schnüren und sich in Richtung Dresden auf den Weg machen. Dort stehen Nazigroßaufmärsche auf dem Programm, die die Bombardierung der Stadt durch die Westalliierten 1945 betrauern und die selbstredend nicht besucht, sondern verhindert werden wollen. Daneben gibt es aber gute Gründe sich antifaschistisch auch hinreichend gegen das bürgerliche Gedenken abzugrenzen. Ob man das machen sollte, darüber sind sich die linken Abschlussparolen aber nicht so recht einig: Venceremos! No Pasaran!

Konsens besteht hingegen über das kulturelle Rahmenprogramm. So geben sich Egotronic und Frittenbude (beide auf Audiolith) bei den Antifa-Gegenaktivitäten die Ehre. Dazu Endi von Egotronic im Interview mit Radio Corax:

Datum 11.02.2009  Autor Sebastian  Kommentare (0)  Schublade News, Politik   Mehr Mehr