Google Alert II

31.01.2010

In gewissen Abständen kann man ruhig einmal nachzeichnen, was den Leser und die Leserin durch die offene und hohe See des Internets an die Strände unserer kleinen Webpräsenz spült. In der letzten Zeit ein wenig Nationalsozialismus und Antisemitismus hier, ein paar Zukunftsfragen dort, Tugendterror-Themen, ein vernachlässigenswertes Popkulturinformationsinteresse, dafür hingegen Neugier nach jeglichen Genussangeboten: »Stelle einen Vergleich zwischen Tätern und Opfern im KZ an«, »Marschmusik Wehrmacht«, »wer ist wer im deutschen judentum?«, »Wo war Klaus Walther früher beschäftigt«, »Axelhöhlen«, »geil ficken in der türkei«, »wie macht man kim chi«, »indiemythos roger behrens«, »wenn man nicht verheiratet ist wer erhält die küche nach der Trennung«, »what kind of music do they listen to in Israel«, »homosexuelle agenten beim mossad«, »in der türkei verhaftet weil man als paar nicht verheiratet ist«, »blasen bericht ‚gay sauna‘«, »wie sind die bier preise auf dem immergutfestival«, »Ohren klingeln nach orgasmus«, »er liebt an mir hüftjeans«. Es tut uns leid, bislang nicht alle Fragen adäquat beantwortet zu haben. Wir bleiben dran.

Schublade: Nähkästchen // Autor: Sebastian

Nena: Made in Germany

27.01.2010

Die von uns mit initiierte Kampagne I Can’t Relax In Deutschland mag etwas Staub angesetzt haben. Sie hat schließlich auch schon fünf Jahre auf dem Buckel. Mit Nenas neuer Single »Made in Germany« (Video), nach der auch ihr ganzes aktuelles Album benannt ist, dürfte allerdings schnell klar werden, warum sich die Kritik an popkulturell verpackter Deutschtümelei in den letzten Jahren leider keineswegs überlebt hat. Naiv und denkbar schlicht, textet sie Zeilen, wie die hier: »Germany/Hier gehöre ich hin/Weil ich hier am allerliebsten bin«. Ist ja schön, dass sich Gabriele Susanne Kerner in Hamburg-Rahlstedt (Germany) wohl fühlt. Sie hat einige Kinder und Enkelkinder, Geld, Erfolg und Bestätigung. Doch das genügt scheinbar noch nicht als wohliges Identitätsprogramm. Auch Deutschland muss angehimmelt werden und nicht wenige werden es ihr danken. »Germany/Ich verlass dich nie/Meine Liebe/Dich verlass ich nie/Du bleibst mein Germany/I am made in Germany/Wir sind Made in Germany.« Schön, dass wir das geklärt hätten.

Schublade: Politik // Autor: Sebastian

Serienposter

25.01.2010

Der österreichische Designer Albert Exergian hat eine unfassbar tolle Reihe von Postern gestaltet, die einige Fernsehserien mit simplen geometrischen Formen illustrieren (Überblick/bessere Auflösung). Selbst wenn man nur eine Folge der jeweiligen TV-Serie kennt, weiß man sofort was gemeint ist.

Schublade: Design // Autor: Sebastian

Deutschland, Deine Jugend

24.01.2010

In nordvorpommerschen Kinderzimmern mit Spanplattenmöbeln hampelt sie in speckigem weißen T-Shirt unbeholfen vor der Webcam. Sie nestelt am Bändchen der Jogginghose und pocht sich bei Kernbegriffen (»Deutschland«, »ewig«) schon mal mit der Faust auf den Brustkorb. Ganz konkret: ein armer brauner Tanzbär mit Gespür für regionale Lyrik und ohne Gespür für Flow. Das Internet ist ein grausamer aber gerechter Ort. Es speichert solche Filme auch für den Boss aus der Wurstfabrik in Rheinland-Pfalz, für den unser Hampelmann in fünfzehn Jahren einmal arbeiten wird. (via)

Schublade: Filme // Autor: Sebastian

The Black Atlantic

23.01.2010

Erst heute und durch Zufall habe ich The Black Atlantic aus Groningen entdeckt. Die auf dem Label Beep! Beep! Back up the Truck erscheinende Band spielt eine Mischung aus melancholischem Acoustic Pop und Folk. Was sehr erstaunlich ist, wenn man noch die Randinformation erhält, dass der Sänger der Band Geert van der Velde, in der gleichen Funktion auch bei Shai Hulud sein Unwesen trieb. Das 2009er Album »Reverence for Fallen Trees« kann komplett von der Seite des Labels oder der Band heruntergeladen werden.

Schublade: Mixtape // Autor: Sebastian

McQueens »Demonstranten-Mode«

vom 20.01.2010 mit 1 Kommentar »

Am 13.02.2010 soll in Dresden bekanntlich der größte Naziaufmarsch dieses Jahres stattfinden. Mehrere 1000 Vollidioten wollen an diesem Tag durch die sächsische Stadt demonstrieren und an die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im 2. Weltkrieg erinnern (Punchline: »Bombenholocaust«). Ob dies gelingt, steht derzeit noch in den Sternen. Sicher ist aber, dass sich ein vielfaches an […]

Noise und Natur

vom 19.01.2010 mit 1 Kommentar »

Was für wundervolle Krach-Gitarristen Vögel sein können, beweist eine Installation des Künstlers Céleste Boursier-Mougenot. Er hat eine E-Gitarre auf ein Stativ gespannt, den Gain-Regler des Verstärkers nach oben gezogen und das Instrument einer Gruppe von Finken überlassen. Diese nehmen die Les-Paul‑(Kopie?) als Landeplatz und Spieloase für sich in Beschlag, ziehen kleine Äste über das Instrument […]